06.07.2026
Wer medizinische Hilfe braucht, wird behandelt.
Gemeinnützige Krankenhäuser übernehmen Verantwortung – auch dort, wo das Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt. Diese Verantwortung bleibt oft unsichtbar, ist aber unverzichtbar.
Auch Menschen ohne Krankenversicherung benötigen medizinische Hilfe. Gemeinsam mit sozialen Trägern sichern gemeinnützige Krankenhäuser die medizinische Versorgung dieser Menschen und leisten damit seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Hamburg. Diese Verantwortung gehört seit jeher zum Selbstverständnis freigemeinnütziger Krankenhäuser und wird häufig erst dann sichtbar, wenn ihre Finanzierung oder die dahinterstehenden Strukturen infrage gestellt werden.
Die aktuelle Diskussion um die Finanzierung der Clearingstelle macht diese bislang wenig sichtbare Versorgungsrealität deutlich. Als Brücke zwischen den Betroffenen und dem Gesundheitssystem hilft sie Menschen dabei, in reguläre Versorgungsstrukturen zurückzufinden und notwendige medizinische Versorgung zu erhalten.
„Die eigentliche Frage lautet nicht nur, wie die Clearingstelle finanziert wird. Sie lautet vor allem: Wer trägt bereits heute Verantwortung für Menschen, die im Gesundheitssystem durchs Raster fallen? Gemeinnützigkeit zeigt sich nicht nur in der Trägerschaft eines Krankenhauses, sondern in der Übernahme von Verantwortung dort, wo Versorgungslücken entstehen“, sagt Christoph Schmitz, Vorsitzender des Vorstands von DIE FREIEN und Geschäftsführer des Kath. Marienkrankenhauses.
„Der medizinische Bedarf verschwindet nicht, wenn Mittel gekürzt werden. Die Patientinnen und Patienten müssen weiterhin behandelt werden. Entscheidend ist deshalb nicht, ob medizinische Hilfe geleistet wird, sondern unter welchen Rahmenbedingungen und wer die finanzielle Verantwortung dafür trägt. Krankenhäuser entscheiden nicht darüber, ob ein Mensch medizinische Hilfe braucht. Sie leisten diese Hilfe. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass eine solche Versorgung dauerhaft gesichert werden kann“, ergänzt Schmitz.
Die Mitgliedshäuser von DIE FREIEN erleben diese Versorgungsrealität täglich. Gleichzeitig steht das Hamburger Gesundheitswesen insgesamt vor tiefgreifenden Veränderungen. Das Gutachten zum Krankenhausplan 2026 beschreibt steigenden Versorgungsdruck, Fachkräftemangel und strukturelle Veränderungen im Krankenhauswesen. Gerade deshalb ist es wichtig, funktionierende Versorgungsstrukturen zu erhalten und zu stärken.
Mit ihrer neuen Website wollen DIE FREIEN den gesellschaftlichen Beitrag freigemeinnütziger Krankenhäuser stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Die Clearingstelle ist dabei nur eines von vielen Beispielen dafür, wie gemeinnützige Krankenhäuser Verantwortung übernehmen und Versorgung sichern.
„Gemeinnützige Krankenhäuser leisten weit mehr als medizinische Behandlung. Sie sind Teil einer Infrastruktur, die für viele Menschen unsichtbar bleibt, aber für das Funktionieren unseres Gesundheitssystems unverzichtbar ist. Diese Leistungen gehören seit vielen Jahren zu unserem Selbstverständnis. Wer medizinische Versorgung sichern will, muss auch die Strukturen stärken, die sie ermöglichen“, sagt Ralf Zastrau, stellvertretender Vorsitzender von DIE FREIEN und Geschäftsführer des Albertinen-Krankenhauses / Albertinen-Hauses.
Über DIE FREIEN
DIE FREIEN vertreten die freigemeinnützigen Krankenhäuser in Hamburg. Dem Verband gehören 12 Träger an, die insgesamt 16 Krankenhäuser betreiben – darunter große Akutkliniken, Fachkliniken und ein Kinderkrankenhaus. 43 Prozent der Hamburger Krankenhäuser befinden sich in freigemeinnütziger Trägerschaft. Gemeinsam stehen sie für eine Gesundheitsversorgung, die sich am Gemeinwohl orientiert.
Sie übernehmen Verantwortung für die medizinische Versorgung der Hamburger Bevölkerung und für zahlreiche Patientinnen und Patienten aus dem Umland. Gemeinsam vereinen die Mitgliedshäuser 4.818 Planbetten, versorgen jährlich mehr als 183.000 Patientinnen und Patienten und beschäftigen über 13.400 Mitarbeitende.
Über die Clearingstelle
Die Hamburger Clearingstelle klärt für Menschen ohne gesicherten regulären Zugang zur Gesundheitsversorgung zunächst, ob ein Zugang zur Regelversorgung besteht, zum Beispiel über Krankenversicherung, Sozialleistungen oder andere vorrangige Ansprüche. Wenn eine anderweitige Kostenübernahme kurzfristig nicht möglich und eine Behandlung medizinisch notwendig ist, werden Kosten aus dem Notfallfonds übernommen. Finanziert werden darüber medizinische Behandlungen, Rezepte und Krankenhausleistungen. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt bei der Betreuung Schwangerer sowie bei akuten Behandlungen.
Kontakt
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